Spendenaufruf!

Spendenaufruf!

Liebe Patientenbesitzer, wieder einmal haben wir ein kleines Notfellchen in der Praxis.

Die süße Flora ist eine 10 Jahre alte Hündin, die sich im Mai ihr rechtes Vorderbein gebrochen hat. Nach der aufwendigen Operation in der Tierklinik musste sie alle zwei Tage zur Wundkontrolle und zum Verbandswechsel kommen, weil der Bruch so speziell war, dass er nicht „normal“ operiert werden konnte. Leider hat sich ihre Wunde entzündet, weshalb sie wochenlang behandelt werden musste, auch mehrmals in der Tierklinik. Dies war entsprechend kostenintensiv.

Jetzt ging es Flora endlich wieder gut – für eine Woche. Aber an der Stelle des Bruches hat sich nun ein Tumor gebildet, sodass eine Amputation des Beinchens die einzige Möglichkeit ist, sie zu retten.
Aufgrund der ersten Operationen und der Komplikationen im Nachgang hat Floras Familie leider einfach kein Geld mehr, um die Amputation zu bezahlen und Flora zu retten.

Da wir ja wissen, dass wir die besten Kunden überhaupt haben, haben wir uns dazu entschlossen für Flora einen Spendenaufruf zu starten.
Wenn Sie helfen wollen freuen wir und Floras Familie uns sehr über jede Spende, egal wie groß oder klein sie sein mag!

Sollten Sie Fragen zu Flora oder einer Spende haben, sprechen Sie uns gerne darauf an!
Vielen Dank, Ihr Praxisteam

Online Terminvereinbarung

Liebe Patientenbesitzer*innen,

ab sofort können Sie auch online Termine für die Impfung Ihrer Vierbeiner vereinbaren!
Für eine Terminvereinbarung zur Impfung können Sie einfach auf unserer Website unten rechts auf den blauen Kalenderknopf drücken. Sie werden dann weiter geleitet und können sich ganz bequem einen Termin aussuchen.
Sollten Sie hierzu noch Fragen haben melden Sie sich gerne bei uns!

Ihr Praxisteam

Not One More Vet

Triggerwarnung: Sollten Sie Selbtsmordgedanken oder Depressionen haben sollten Sie diesen Text nicht lesen, unter https://www.muenchen.de/leben/service/notdienste/sozial.html finden Sie Nummern, die Ihnen weiterhelfen können!

Dieser Text ist für uns ein ganz persönlicher. Ein Privater. Ein Emotionaler. Denn vor zwei Wochen haben wir wieder eine Kollegin durch Suizid verloren.
Die Suizidwahrscheinlichkeit ist laut einer Umfrage aus 2016 unter deutschen Tierärzten fünfmal höher als unter der restlichen Bevölkerung. In Zahlen: fast jeder fünfte Tierarzt denkt mehr als 2x pro Woche darüber nach, sein Leben zu beenden. (Veröffentlicht: https://ww.​bundestieraerztekammer.de​/btk/​dtbl/​archiv/​2020/​artikel/​DTBl_07_2020_​Suizid-Depression.pdf)
Warum ist das so?

Hier ein paar Erklärungsversuche:
Wir arbeiten immer konzentriert, mit enormer Verantwortung, müssen fehlerfrei Entscheidungen treffen und haben teilweise enorme Stundenzahlen pro Tag und Woche.
Im Anschluss nehmen wir unsere Arbeit „mit nach Hause“. Weil wir Tiere lieben und unser Helfersyndrom voll zuschlägt. Wir beraten uns abends mit Kollegen*innen, wir lesen über akute Fälle, wir machen uns so viele Gedanken, dass wir nicht schlafen können (viele Tierärzte greifen dann in ihrer Not zu Tabletten und Alkohol). In der Freizeit, die (wenn überhaupt) übrig bleibt, beraten wir Freunde, „sogenannte Freunde“ und die Familie zu ihren Tieren. Dadurch sind wir gestresst, übermüdet und unsere Familien und Beziehungen leiden, was uns zusätzlich belastet.
Trotzdem machen wir weiter. Irgendwie. Es soll kein Patient leiden oder gar sterben, weil wir am Ende sind.

Was in den letzten Jahren als enorme zusätzliche Belastung dazu gekommen ist, sind zwei Dinge:
Zum einen ist es Mode geworden uns als Sündenbock dafür hinzustellen, dass die moderne Tiermedizin teuer ist. Auch wir bezahlen die Geräte (in unserer Praxis ca. 1/4 Million Euro), die Verbrauchsmaterialien und die Medikamente (jeden Monat 5-stellige Eurobeträge). Wir bekommen nichts davon geschenkt!
Also machen Sie Ihre Finanzprobleme nicht auch noch zu unseren, wir haben unsere eigenen. Schließen Sie eine Tierkrankenversicherung ab oder legen Sie Geld zurück. Wir wollen Ihren Tieren wirklich medizinisch helfen, aber wir können es nicht auch noch bezahlen! Von Tierhaaren und Eiter werden wir und unsere Familien nicht satt, unsere Tiermedizinischen Fachangestellten arbeiten knapp über dem Mindestlohn – und einige gut ausgebildete Tierärzte tun das ebenfalls.
Zum anderen kommt inzwischen zu allem anderen noch die Angst, dass wir einem wirklich kranken Patienten aus Unwissenheit der Besitzer*innen nicht adäquat helfen dürfen. Warum Unwissenheit? Weil manche Besitzer*innen eine Behandlung aufgrund von Falschinformationen aus den Medien oder der Gerüchteküche verweigern. Wir erklären den Besitzer*innen stundenlang mit sachlichen Begründungen, was wieso getan werden muss und diese folgen unseren Anweisungen nicht, weil sie Dr. Google oder Influencer*innen oder wildfremden Laien mehr vertrauen als uns. Wir haben 5,5 Jahre studiert, promoviert, meist noch 3 Jahre eine Fachtierarztausbildung oder 5 Jahre lang eine Weiterbildung zum Diplomate gemacht, haben viele Jahre Erfahrung, bilden uns jährlich fort und beraten uns untereinander. Ja, das ist wirklich sehr verletzend, wenn die Nachbarin es dann bestimmt besser weiß, weil ihr „Lumpi“ diese oder jene Erkrankung vor 27 Jahren mal hatte!

Wir flicken dann die Reste unserer Seele wieder zusammen und machen weiter, denn es ist kein Job sondern eine Berufung.
Und schwupps werden wir am nächsten Tag beschimpft, dass wir für einen langjährigen Patienten keinen Termin am selben Tag haben oder jemanden „einfach so“ in die Klinik schicken. Nein, wir sind nicht faul und wir wollen nicht „nicht arbeiten“ aber wir haben tatsächlich dann nicht die Kapazität ihr Tier adäquat und fehlerfrei zu behandeln!
Und häufig halten wir es nicht mehr aus, das Infragestellen, die Anfeindungen, das Erlösen der Tiere, das Einschläfern jener, denen wir vielleicht hätten helfen können, wenn die Besitzer Geld für ihr Tier hätten, die ständige Sorge, ob wir genug Umsatz machen, um alle Mitarbeiter zu bezahlen….
Und irgendwann wird alles zu viel und wir wissen keinen Ausweg mehr.
Bitte liebe Patientenbesitzer*innen versetzen Sie sich einmal kurz in unsere Lage bevor Sie wieder über uns herziehen, schlechte Bewertungen schreiben ohne mit uns zu reden oder uns mal einfach so Anschreien und beschimpfen weil wir so ein schönes Ziel für ihren Frust sind.